Bernhard Dechant & Alice Buddeberg – DIE LETZTEN TAGE DER MENSCHHEIT

Noch nie wurde Karl Kraus‘ 800-Seiten-Monumentaldrama über den Ersten Weltkrieg komplett aufgeführt. In über zweihundert Szenen seines einem „Marstheater“ zugedachten Stücks treffen unzählige fiktive und historische Figuren aufeinander. Die Grausamkeit des Krieges offenbart sich dabei nicht auf dem Schlachtfeld, sondern in den beschönigenden Phrasen und Worthülsen der Profiteure und Daheimgebliebenen. Die grellsten Erfindungen, schreibt Kraus, sind dabei lediglich Zitate, denn absurder als alle Erfindungen ist die Wirklichkeit.

Im Pförtnerhäuschen am Eingang des Schauspielgeländes lässt sich Schauspieler Bernhard Dechant gemeinsam mit Hausregisseurin Alice Buddeberg einschließen, um Die letzten Tage der Menschheit zu einem einzigen Tag zusammenzufassen. In 24 Stunden versuchen sie, den in „hundert Höllen“ führenden Stoff zu meistern. Für Essen, Trinken und Zigaretten sind beide auf die Mithilfe des Publikums angewiesen. Verfolgen lässt sich die Lesung entweder über Lautsprecher vor Ort in Beuel oder per Live-Stream im Internet.

Die Lesung ist der Startpunkt für das Folgeprojekt Die letzten Fragen der Menschheit im Frühjahr 2015, das Karl Kraus‘ Montagetechnik auf die gegenwärtigen Kriege und Krisen anwendet.